FAQ #keinfußbreit

Bei diesen Antworten haben ganz viele Augenpaare mit drübergeguckt und Ideen einfließen lassen. Würde ich anfangen, diese Menschen alle aufzuzählen, würde ich welche vergessen – danke für die ganze Hilfe!

Was ist #keinfußbreit?

#keinfußbreit ist die Strategie, rechten {Parteien, Aktionen, Gedankengut, …} keinen Fuß breit Raum zu geben und bei jeder Gelegenheit entschlossen entgegenzutreten.

Warum #keinfußbreit?

Wer rechte Gruppen unterschätzt bietet ihnen oftmals unwidersprochen Gelegenheit, ihre Propaganda zu verbreiten. Auf diesem Wege erreichen sie immer größere Bevölkerungsteile und finden so mit der Zeit Akzeptanz.

Aber wertet ihr dadurch nicht rechte Parteien auf?

Je nach Situation kann es Möglichkeiten geben, #keinfußbreit zu leben ohne rechten Parteien unnötige Aufmerksamkeit zu geben. In dem Moment, wo diese Parteien aber von sich aus schon hohe Aufmerksamkeit haben, greift dieses Argument nicht mehr. Beispiel AfD: Das Wahlkampfbudget dieser Partei war 2013 so groß und die Reichweite (durch Plakate, bezahlte Werbung auf youtube, facebook etc. aber auch durch die Presse) so enorm, dass ein öffentliches Entgegentreten diese Reichweite nicht vergrößert hat.

Aber setzt ihr damit nicht konservative Rechte und Nazis auf eine Stufe, wenn ihr ihnen gleich konsequent entgegentretet?

Das Vertreten von rechtem Gedankengut ist der Wegbereiter für rechte Gewalt. Wenn die CDU eine Koalition mit der AfD nicht ausschließt oder mit der NPD mitmarschierende Menschen in Schutz nimmt, dass diese ja nicht ausländerfeindlich seien, dann sind das Aktionen, die Rassismus, Faschismus, Chauvinismus, Fremdenfeindlichkeit und andere rechte, menschenfeindliche Haltungen salonfähig machen und relativieren. Zurecht wurde deswegen z.B. Hessens Ministerpräsident Bouffier als Rechtspopulist bezeichnet.

Erst gegen rechtes Gedankengut vorzugehen, wenn es in Straftaten mündet, ist deutlich zu spät, deswegen gilt #keinfußbreit schon, wenn alleine rechtes Gedankengut verbreitet wird.

Warum nur gegen Rechte und nicht gegen “Extremismus jeder Art”, also auch gegen Linke?

Das hat @arte_povera schon sehr gut erklärt.

Funktioniert #keinfußbreit? Oder ist das nur, um sich selbst toll zu fühlen?

Niemand fühlt sich toll, wenn er an einem verregneten, arschkalten Samstag um 6:00 aufsteht um Nazis zu blockieren. Ja, es funktioniert, siehe Dresden Nazifrei. Seitdem dort entschlossen entgegengetreten wird, wird die Zahl der jährlich marschierenden Nazis immer kleiner.

Aber wäre es nicht besser den Rechten argumentativ entgegen zu treten?

Nein! Denn auch wenn ich argumentativ überlegen bin, biete ich dann in öffentlichen Diskussionen ihnen eine Plattform und somit die Möglichkeit ihre Ideologie zu verbreiten.

Wie wirkt sich #keinfußbreit auf die Teilnahme an Podiumsdiskussionen aus?

Dazu hat @niqui_da was ziemlich Gutes geschrieben.

Aber wenn ich nicht hingehe auf eine Podiumsdiskussion, gebe ich die Chance auf, Rechten wenigstens argumentativ entgegenzutreten, wenn der Veranstalter sie schon nicht ausladen möchte

Es gibt andere Möglichkeiten, Rechten entgegenzutreten ohne ihnen eben ein solches Podium zu bieten. Statt auf dem Podium Platz zu nehmen und rechtem Gedankengut damit “auf Augenhöhe” zu begegnen, können zum Beispiel Proteste gegen Veranstaltungen und Veranstalter*innen organisiert werden, die sich weigern, #keinfußbreit umzusetzen. Ihr könnte gerade auch bei Podiumsdiskussionen bei anderen geladenen Teilnehmer*innen für #keinfußbreit werben – wenn niemand außer den Rechten kommen würde, sagt der*die Veranstalter*in ab oder lädt die Rechten aus.

Was ist der Schweriner Weg?

Er bezeichnet den Umgang demokratischer Parteien in Parlamenten mit rechten Parteien. Konkret bedeutet das:
1. zu Anträgen der NPD bezieht genau ein*e andere*r Ageordnete*r Stellung
2. Anträge der NPD werden geschlossen abgelehnt
3. an politischen Veranstaltungen außerhalb des Landtages nimmt kein Landtagsmitglied teil, wenn ein*e Verteter*in der NPD ebenfalls vertreten ist.

Anregungen / Fragen gerne per Mail an levu@levu.org.