Was die Piratenpartei vom Fußball lernen kann

Rückblick, 14. Mai 2011, Heidenheim
Eine kleine schnuckelige 2-Prozent Partei wählt einen neuen Vorstand. In der Vorfreude auf den Wahlkampf in Berlin gibt es kaum Streitereien, Die einzig spannende Frage ist: Lauer oder Nerz. Der Stern von Marina Weisband beginnt zu glühen. Euphorisch geht es ans Werk, die Piraten halten zusammen, wahnsinnig viele fahren nach Berlin um dort zu helfen. Geschafft, erster Einzug, hurra.

Szenenwechsel, 14. Mai 2011, Dortmund

Letzter Bundesligaspieltag der Saison, Dortmund empfängt die Frankfurter Eintracht. Dortmund steht als Meister fest, die Eintracht kämpft gegen den Abstieg. Schon in der Woche zuvor beim 0:2 gegen Köln haben 30.000 Fans ein Dauerpfeifkonzert von sich gegeben. Die Mannschaft fand keine Unterstüzung, der Trainer ist nach Meinung der Fans selbstverständlich ein Idiot, der Vorstand und das Management an allem schuld.

Schon Monate vorher war der Unmut groß. Öffentlicher Druck ließ die Verunsicherung der Mannschaft wachsen. Verunsicherung führt zu Fehlern, Fehler führen zu Niederlagen, Niederlagen führen zu mehr Unmut. Jede Mannschaft wünscht sich Unterstützung, auch wenn es mal nicht gut läuft.
Am letzten Spieltag um 17:02 lag die Eintracht noch auf einem Nichtabstiegsplatz, das letzte Aufbäumen, die letzte Hoffnung. Dann kam doch der Rückschlag, als um 17:20 abgepfiffen wurde, war der Abstieg besiegelt und in Heidenheim kandidiert 30 Sekunden später jemand mit einem Dosenbier für den Bundesvorsitz.

Szenenwechsel. 18. Februar 2013, Deutschland
Die Piraten sind nach einem Zwischenhoch zu einer 3-4 Prozent Partei geschrumpft. 30.000 Piraten wissen alle, wie es besser laufen kann. Keine Pointe. Zeit zum Nachdenken.

Dazu bitte auch lesen: Das ist nicht deine Partei

Ein Gedanke zu „Was die Piratenpartei vom Fußball lernen kann

  1. Jens

    Die Piraten müssen sich dringendst neu erfinden oder zumindest die internen Streitereien überwinden.
    Wer wählt schon eine Partei, die innerlich so zerstritten ist, dass kein vernünftiger Vorschlag mehr gemacht werden kann.
    Good, old times..

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