Das untragbare Verhalten des Johannes Ponader

Disclaimer: Auch wenn die Autoren Vorsitzender bzw. Stellvertretender Vorsitzender der Jungen Piraten sind stellt dieser Text keine Aussage der Jungen Piraten als Organisation dar sondern die eigene Meinung der Autoren und ihrer Unterstützer.

Der politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader, hat seinen Rücktritt vom Amt verkündet. Gemeint ist damit das Arbeitsamt und seine menschenunwürdige Praxis im Umgang mit seinen sogenannten “Kunden”.
Um seinen Lebensunterhalt zu sichern gibt es nun eine Spendenaktion.

In letzter Zeit gab es öfters Diskussionen um die Finanzen der Piratenpartei. Die Diskussion um die Bezahlung von Vorständen ist nur ein Teil davon. Die Spendenaktion für Johannes Ponader nach seinem Rücktritt vom Amt wirft ein ganz neues Licht auf die Diskussion.

Dabei wird des öfteren ganz bewusst der Begriff eines “Bedingungslosen Grundeinkommens” für Johannes Ponader aufgeworfen. Verkannt wird dabei aber, dass es sich hier nicht um ein allgemeines “Bedingungsloses Grundeinkommen” handelt, sondern um die Sicherung von Johannes’ Lebensunterhalt – damit er seiner Tätigkeit als politischer Geschäftsführer im Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland uneingeschränkt nachkommen kann. Es soll also ein persönliches Privileg von Johannes darstellen und ist damit mitnichten vergleichbar mit einem BGE – auch wenn die angestrebte Höhe im  Bereich der in der Diskussion befindlichen BGE-Sätze liegt. Dass dies von Johannes, als einem beim Thema BGE engagiertesten Piraten, nicht erkannt wird und er sich selber gar noch als Grundeinkommensbezieher [1] tituliert schadet der allgemeinen BGE-Debatte.

Sehr bedenklich stimmt es uns auch, dass hier die eigene Position genutzt wird um persönliche Privilegien zu etablieren. Außerdem steht zu befürchten, dass Johannes sich durch die Spenden an seine Person nicht mehr so frei äußern kann, wie wir es von einem politischen Geschäftsführer erwarten, oder es zumindest vermeidet, innerparteilich allzu stark anzuecken.

Die Piratenpartei steht für eine basisbestimmte Politik. Wenn Johannes der Ansicht ist, dass die Vorstände aufgrund des massiven Arbeitsaufwandes, den niemand bestreitet, von der Partei eine Aufwandsentschädigung erhalten sollten, dann ist es gerade als politischer Geschäftsführer seine Aufgabe, die innerparteiliche Willensbildung in diesem Punkt voranzutreiben und einen derartigen Beschluss anzuregen.

Statt dies zu tun, nutzt Johannes seine Position und seinen Bekanntheitsgrad als politischer Geschäftsführer der Piratenpartei aus, um an der Partei vorbei und mittelfristig auf deren Kosten dieses “BGE-Projekt”durchzuziehen.

Deswegen fordern wir Johannes dazu auf, dieser Spendenaktion ein Ende zu bereiten. Es steht ihm frei, eine Aufwandsentschädigung für Bundesvorstandsmitglieder in der Piratenpartei politisch durchzusetzen oder seinen Lebensunterhalt anders zu sichern. Das Ausnutzen seiner exponierten Position in dieser Art und Weise ist aber nicht hinnehmbar.

Florian Zumkeller-Quast und Paul Meyer-Dunker

1: https://twitter.com/JohannesPonader (Biographie)

Unterstützer*innen:

52 Gedanken zu „Das untragbare Verhalten des Johannes Ponader

  1. neapel

    schade, dass die Spendenaktion nicht richtig vom Fleck kommt, es wäre interessant gewesen, zu sehen, wie viele Spender keinen Mitgliedsbeitrag zahlen… Personengebundene Charity fühlt sich halt besser an, als Geld in irgendein Konto zu kippen.

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  2. korbinian

    danke für den post. ich sehe das genauso bedenklich. ich bin sehr enttäuscht von johannes dass er seine exponierte position benutzt geld für _seine_ arbeit zu sammeln. das ist ein schlag in die fresse von allen menschen die nicht in der priviliegerten lage sind sowas zu tun. das auch noch grundeinkommen zu nennen ist unfassbar.

    klar ist aber auch dass johannes seine arbeit machen können soll auch wenn er zeitweise alg2 bezieht. momentan haben wir leider noch nicht die finanziellen mittel um vorstände direkt zu entlohnen, aber was ich gut fände, wäre so deklarierte spenden in einen pool fließen zu lassen aus dem alle vorstände bezahlt werden. natürlich sollte da eine verteilungsgerechtigkeit stattfinden, zb bernd braucht dort aktuell wohl am wenigsten entlohnt werden. wichtig ist die direkte abhängigkeit von spendern aufzubrechen. ansonsten riecht das stark nach korruption.

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    1. Ley

      Na recht hat er doch.

      Die meisten Mitglieder der Piratenpartei (und Anonymous) wohnen doch noch bei Mami und Papi daheim.

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      1. Berni43

        Das ist statistisch einwandfrei widerlegbar: Nur (!!!) 31% wohnen bei “Papa + Mama”. Das ist eindeutig nicht die Mehrheit. Also erst recherchieren, statt Quatsch posten!

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  3. Pingback: Mitglieder der JuPis argumentieren in die gleiche Richtung « Jobsuche für Johannes Ponader

  4. Michael Fischer

    Bravo, wirklich einwandfrei!

    Am Dienstag sitzt Ponader in der nächsten Talkshow über im Prinzip genau dieses Thema. Hauptsache vorher noch eine Diskussion lostreten…

    Themensetzung zu den ungünstigsten Zeitpunkten scheint ja ein strukturelles Markenzeichen der JuPis zu sein, wissen wir spätestens seit dem lächerlichen Alles-Sexisten-außer-Mutti-Brief.

    Ich hab’ den Ponader auch nicht gewählt, ist doch auch einer von den Berliner Utopisten. Auch versteh’ ich den Unmut über seine Hybris, aber ausgerechnet jetzt macht ihr dieses Fass auf! Freu’ mich schon auf die nächsten Umfragen nach Dienstag, geht dann schnurstracks unter 5% im Bund.

    Merci und Grüße aus Bayern

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    1. Lukas Martini

      Ich weiß nicht, ob du nicht in der Lage bist, zu lesen, oder nur unwillig, das zu tun, aber wie du dem ersten Absatz hättest entnehmen können (hättest du ihn denn gelesen – und viel wichtiger – verstanden), haben die Jungen Piraten rein gar nichts mit dem Blogpost zu tun.

      Bezüglich der Frage, wann Florian und Paul diesen Text veröffentlicht haben: Jeder Zeitpunkt ist bei einer politischen Partei “ungünstig” – Irgendetwas steht immer an.

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      1. Michael Fischer

        Wenn der Vorsitzende und der stellvertr. Vorsitzende der JuPis einen derartigen Empörungsbrief schreiben, dann können da 100 Disclaimer dranstehen. Is mia wurscht!

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    2. Matt

      Politische oder persönliche Äußerungen danach zu terminieren, wie es dem Wahlergebnis am dienlichsten ist, ist ja wohl der falsche Ansatz. Für mich geht es bei Politik um Rückgrat und Wahrhaftigkeit – nicht um Marketing.

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  5. Michael Rath

    Ich stimme dem Beitrag zu 100% zu. Wenn es Geld geben soll, für wen auch immer in der Partei dann nach einem Beschluss für den er sich gerne einsetzen kann.

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  6. Dominik

    Wenn ein Johannes Ponader jetzt durch Spendenaktionen unterstützt wird, weil er nicht vom Amt leben will, dann will ich das auch!
    Es wird dann kein Problem für mich sein, von Camp zu Camp in Deutschland zu reisen und von “Verknüpfung” zu sprechen!
    Hier geht es nur noch um die Person Ponader.
    Dieses WE wurden in Brandenburg und im Saarland neue Vorstände gewählt, die PolGef der Länder warten immer noch auf Antwort von Ponader.
    Übrigens, ich selbst arbeite seit fast 2 Jahren in Zeitarbeit und das weil ich die Kohle brauche. Da ist für Selbstverwirklichung kein Platz!
    Sry, aber mich kotzt diese arrogante und selbstherrliche Darstellung eines Ponaders einfach nur an!

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    1. Manfred

      Du arbeitest also seit 2 Jahren in Zeitarbeit, weil Du die Kohle brauchst und findest darin keinen Platz für Selbstverwirklichung? Mich kotzt diese wirtschafts- und selbstzerstörende Selbstaufgabe an! Mit solchen anti-marktwirtschaftlichen Jobs zerstört Ihr die Marktwirtschaft als Ganzes! Wer einen Job macht, in dem er gar keine Selbstverwirklichung anstreben KANN, der MUSS sofort kündigen!

      Johannes ist völlig normal, nicht arrogant und nicht selbstherrlich. Du bist das Problem! Du bist offenbar völlig verblendet! Du bist ungebildet und leidest unter Minderwertigkeitskomplexen! Mit Deinem Narrativ vom aufopferungsbereiten Malocher, der eben irgendwie das Geld zusammenkratzt, das er (wofür eigentlich?) braucht, überdeckst Du nur Dein Selbstmitleid. Statt das Problem bei Dir zu suchen, machst Du andere runter! Sarrazinist!

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      1. Dominik

        Genau, du hast recht! Ich sollte viel lieber im Sommer Sonnenstrahlen sammeln!
        Dann hab ich im Winter zwar nichts zu essen, kann aber Geschichten erzählen.

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  7. Kristos

    Ich unterstütze diese Forderung zu 100%,
    Wir Piraten sind als Basis gestartet und nicht ein Ponader Hilfs-Verein.
    Schaft der Sogenannte Lebenskünstler es nicht sein Lebensunterhalt zu sichern soll er von Seinen Ämtern zurücktreten.
    Es kann nicht sein, das er eine Persönliche Profilierungstour tätigt, und diese dann auch noch als Piratig Verkauft.
    Ich bin Entsetzt von der ganzen Taktik die er betreibt, und mit welchen Argumenten er teilweise an die öffentlichkeit geht.

    Also Lieber Ponader Tritt zurück.

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  8. shoecht

    Von mir gibts 100€ / Monat an Johannes,
    Zur Transparenz: Ich habe zusätzlich zu meinem Mitgliedsbeitrag bereits ca 200€ in die Piratenpartei investiert. Johannes kann durch seinen neu gewonnen Bekanntheitsgrad seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Dies hat er für den Monat Juli bereits gezeigt. Selbst ohne diesen Bekanntheitsgrad hat er in der Vergangenheit seinen Lebensunterhalt zum größeren Teil selbst bestritten. Da das Arbeitsamt aber aufgrund seiner der Bekanntheit von Johannes einen Druck ausübt, und Aktionen startet, die nicht dem gültigen Recht entsprechen, war dieser Schritt nur konsequent.

    Die Bezüge des Hartz4 Satzes stehen Johannes Ponader genauso zu wie anderen Menschen, aber aufgrund seiner Bekanntheit wird er anders behandelt. Ihm hier eine Ausnutzung seiner Bekanntheit vorzuwerfen ist doch mehr als abstrus – zumal er einen Großeteil seiner (selbst erarbeiteten) Einküfte über 1000 Euro and die Piratenpartei spendet.
    Das über Spenden organisierte Grundeinkommen fließt darüber hinaus dann auch vollständig der Piratenpartei zu.

    Ich versteh nicht wieso hier unnötig potentielle Arbeitsenergie in ein Schwachsinnsthema gesteckt wird, die man viel besser für wirklich relevante Themen nutzen könnten. Hier wird politischer Radau betrieben der dem Thema unnötig schadet.

    In unserer Partei laufen seit den letzten Jahren Menschen rum, die 80k Nettogehalt über ihr politisches Gehalt kassieren, aber ihr trampelt auf jemanden rum der, obwohl er mehr kaum was verdient einen Großteil über 1k Euro abgibt.

    Ich schlag mal vor, dass man seine Energie lieber in Inhaltliche Debatten steckt, die an der Wurzel unseres Finanzsystems angreifen, und nicht an irgendwelchen peinlichen Personen-Debatten.

    Man kann ja gerne darüber streiten ob man hier den Begriff BGE verwendet, aber dann sollte man es auch bitte dabei belassen!

    Jede Gemeinschaft ist in der Lage ein BGE zu bezahlen. Hier hat sich eben eine kleine Gemeinschaft zusammengefunden, die bereit ist ein solches zu finanzieren. Dass die Idee des BGE natürlich viel weiter geht steht ausser Frage, aber das bedeutet nicht, dass dies hier ein BGE sein kann!

    Zuletzt könnte man Johannes noch vorwerfen, dass er das BGE populistisch verwendet. Johannes aber Populismus vorzuwerfen aber ist ziemlich lächerlich. Da gibt es in der Politik ganz andere Kaliber, die man sich vorknöpfen könnte.

    Also was zur Hölle soll der Scheiss?

    Aber bitte kreidet mir nicht an, dass ich von meinem Startgehalt einen Teil an einen bemerkenswerten Menschen gebe, der auf Kosten seines persönlichen Wohlstands versucht die Welt gerechter zu machen.
    Dazu auch mein Blog: “Der Fall Ponader” http://die-freie-denkfabrik.de/item/Der-Fall-Ponader

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    1. Manfred

      Danke, shoecht, für diese kompetente Einschätzung!
      Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass all diejenigen, die in völliger Verkennung der Realität glauben, Johannes gefährde mit der Spendenaktion das BGE, wohl noch nichts von Symbolpolitik gehört haben, für die Spendenaktion ein prototypisch exzellentes Beispiel ist!
      Vor allem, weil ein paar ziemlich unpolitische Freizeitpolitiker an diesem Beispiel lernen können, dass es schlechte Symbolpolitik (das ist Politik, die sich als Lösungsansatz gibt, aber kein einziges Problem löst, siehe etwa das Elterngeld und das Betreuungsgeld) und gute Symbolpolitik gibt, also politische Aktionen, die Hofnung auf eine bessere Welt vermitteln, auch wenn sie noch nicht selbst heranreicht.

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  10. levu

    Ein Aspekt, den ich noch schade finde, ist, dass der Begriff / die Idee des BGE damit nicht nur bekannt gemacht sondern auch gefährdet wird. Auf einer Mailingliste kam schon als Kommentar: “Er bezeichnet das ganze aber als Grundeinkommen. Lustigerweise entgeht ihm dabei, wie treffend die Bezeichnung ist: Andere zahlen dafür, dass er seinem Hobby nachgehen kann, statt seinen Lebensunterhalt selber zu verdienen.”
    Solche Aktionen (und die Bezeichnung als BGE solcher Aktionen) sind für die Idee des BGE genauso gefährlich wie, das BGE als Lösung für alle Probleme anzupreisen. Sicher ist das BGE ein interessanter Ansatz aber ihn als mehr zu sehen, als er ist / den Begriff überzustrapazieren hilft keinem.

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  11. johnny nogo

    Sehe es wie mein Vorredner. Ich bin Gegner des BGE und von vielen politischen Ideen des Johannes Ponader so wie auch diese Spendenaktion. Aber Ihr habt ihn gewählt und er bringt in der Partei einiges voran. Die Aktion ist mir und jedem, der ihm auf Twitter folgt, seit längerem bekannt.

    Jetzt diese Diskussion loszutreten ist verständlich, aber es hilft zu diesem Zeitpunkt niemandem. Weder ihm in seiner Arbeit noch der PP als ganzes.

    Gestern war es Sebastian Nerz, heute Bernd Schlömer und Johannes Ponader…Die Basis auf facebook und Twitter kann grausam sein. Wenn aber auch noch hervorgehobene Repräsentanten sich an dieser öffentlichen Jagd beteiligen oder sie befeuern, dürft Ihr Euch nicht wundern, wenn jemand nicht mehr für solche Positionen kandidieren will.

    Macht eine LQFB Ini, nutzt Euer Mumble oder streitet direkt, aber tragt nicht alles und jeden in die öffentliche Arena. Heute er, morgen Ihr!

    Hier mein Beitrag zum Thema:

    http://johnnynogo.wordpress.com/2012/08/18/ein-spender-und-seine-spende-fur-johannes-ponader/

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  12. Garreth

    Fragt nicht, was Johannes Ponader für Euch tun kann. Fragt, was Ihr für Johannes Ponader tun könnt! Viva Ponader! Johannes ist nicht zum Spaß vom Kreuz herabgestiegen. Wer dem Pabst gibt, soll auch Ponader geben. Das BGE kann er durchsetzen, wenn er erstmal die Macht hat.

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  13. ClaudiaBerlin

    Bin zwar nur Sympatisantin und Wählerin, nicht Mitglied, doch fände ich es schwer angesagt, dass alle Piraten, die in Kreis-. Land- und Bundestag einziehen, einen Teil ihres per Mandat erworbenen Einkommens an die Partei weiter reichen. Hat mich echt gewundert, zu lesen, dass das NICHT gemacht wird, bzw. NICHT selbstverständlich ist!
    Dann hätte das Gewürge ein Ende und die vollbeschäftigen Spitzenleute könnten nachhaltig so bezahlt werden, dass sie davon leben können.

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      1. Fussfall

        In dem du schon einen gewissen Prozentsatz vorgibst, ist die “Freiwilligkeit” schon passè ;).Ich finde auch dieses Denken befremdlich: wir schicken Piraten in die Parlamente um uns zu finanzieren.
        Zu Johannes an sich, teilweise liegt hier ein kompletter Kommunikationsfail und eine extreme Naivität vor. Was echauffiert man sich eigentlich darüber wie man sein Leben lebt? Wird der Wert eines Menschen daran gemessen, das man von 8 – 17 Uhr schaffen geht und dann “brav” mit 65 umkippt und Kurs auf den Sarg nimmt? Herrje leben und leben lassen!

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  14. Pingback: Mein Rant zum Beitrag von @Purple_p1rate und @branleb – oder: Meine Wünsche an @Piratenpartei « pixlpop.de

  15. Paul Meyer-Dunker

    Da es nicht allen vollständig klar zu sein scheint nochmal eine kleine Ergänzung zu unserem Blogpost.

    1) Wir sagen nicht, dass Johannes für seine Arbeit als PolGF auf keinen Fall eine Vergütung erhalten sollte. Unsere Aussage war: Wenn er eine Vergütung für sein Amt will, dann muss dies über den innerparteilichen Weg laufen. Also z.B. eine Aufwandsentschädigung. Samt vorher abgelaufener innerparteilicher Debatte dazu. Diese wird in unseren Augen feige und populistisch versucht zu umgehen, weil sie als als zu steinig vermutet wird.

    2) Wir wissen sehr wohl, wie viel Zeit, Energie und auch eigenes Geld man in Parteiarbeit stecken kann. Und wie viele Engagierte es auch tun. Wir waren beide schon Kandidaten bei öffentlichen Wahlen, wir waren beide schon Mitglieder in Landesvorständen der Piratenpartei und wir sind beide derzeit im Bundesvorstand der Junge Piraten. Dabei ging und geht massiv viel Zeit und Energie für diese Tätigkeiten drauf.

    3) Johannes ist nicht der erste Sozialleistungsempfänger, dessen Engagement bei den Piraten ihm Probleme mit der Arbeitsagentur einhandelte. Daher war es vor seiner Wahl zum PolGF absehbar, dass die Arbeitsagentur es Johannes auf keine Fall einfach machen würde. Wir selbst haben diese Warnung auch schon davor Vorstandskandidaten auf den Weg gegeben – Es sollte jedem/r in einer solchen Situation bewusst sein, worauf er/sie sich einlässt.

    4) Es gibt letztlich vier Optionen für Johannes:
    * Einführung einer Aufwandsentschädigung
    * Andere Möglichkeit eines Einkommens, z.B. Job
    * Sozialleistungen
    * Das Amt nicht machen (nicht antreten zur Wahl bzw. Rücktritt)

    Eine Aufwandsentschädigung hat Johannes u.a. im Focus Interview abgelehnt (Dort “fixes Honorar” genannt). Sozialleistungen schließt er aus, das er sich nachvollziehbarer weise die Schikanen der Arbeitsagentur nicht antun will. Da er sich für den Antritt zur Wahl am BPT entschieden hat, schließt sich das auch aus. Damit bleibt nur noch “anderes Einkommen”. Dieses durch Ausnutzung seiner privilegiert exponierten Position zu erreichen und sein Amt für etwas zu nutzen, was viele Andere in der Situation Sozialleistungsempfänger tun, finde ich untragbar. Das war auch der Grund für die Aufforderung an Johannes, die Aktion zu beenden und sich eine andere Option (Job, doch eine Aufwandsentschädigung, …) zu entscheiden.

    Das und nichts anderes haben wir in unserem Schreiben gefordert.

    (Dies ist hier ausgeführt da es aufgrund einer Antwort auf unseren Blogpost notwendig schien)

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    1. Manfred

      “Das und nichts anderes haben wir in unserem Schreiben gefordert.”

      Richtig, und genau das bringt Euch zurecht den Vorwurf einer jämmerlich unpolitischen, erbärmlichen Engstirnigkeit ein. Wie kann man sich selbst nur die Weltanschauung so einengen, wo Johannes mit seinem gelebten Beispiel doch gerade zeigt, dass da auch noch andere Möglichkeiten existieren?!

      Und ich kann mich nur einer Aussage weiter unten anschließen: Da verwechselst wohl jemand Arbeiten mit Geld Verdienen!

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  16. martino

    Johannes ist doch nur durch seine exponierte Position + der harz4-an-den-Pranger-stell-Geilheit der Medien in diese missliche Lage gekommen ist. glaubt ihr harz4 macht Spaß als selbständiger? meint ihr sich von spenden stützen lassenmacht man freiwillig?
    das ist alles nicht schön.

    BGE ist auch für Johannes noch Utopie.

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  17. w-alter

    @jorge Wer im Glashaus sitzt… Erstens ist die Spendenaktion keine Initiative von Johannes Ponader selbst. Zweitens hat er erklärt, dass er die Spenden nur soweit annehmen wird, wie sein eigenes Einkommen nicht ausreicht. Drittens fließen überschüssige Spenden direkt weiter in die PP. Wer angesichts dieser Fakten von persönlichen Privilegien und Ausnutzen seiner Position schreibt, muss sich entweder Uninformiertheit oder aber Böswilligkeit zurechnen lassen. Insofern kehrt sich dein Satz “Wenn man keine Argumente hat wird man halt persönlich” gegen dich selbst.

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  19. Chris

    Herr Ponader ist in der Tat ein armes Hascherl. Er kann doch jederzeit vom “Arbeits”-Amt zurücktreten (auch wenn diese Aussage nicht korrekt ist). Er selber hat doch mal dem Amt gegenüber erklärt, dass er “seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten kann” und dass er “hilfebedürftig” ist. Kurzum: er hat das beantragt, was er nun kritisiert.

    Herr Ponader hat ein Orchideenfach studiert und es ist ihm offenbar nicht gelungen, daraus etwas für ihn wirtschaftlich tragbares zu erreichen. Und offenbar scheint sich sein parteipolitisches Engagement nicht (wirtschaftlich) zu lohnen. Das ist sehr bedauerlich. Aber bevor er derartig penetrant herumlärmt sollte er überlegen, ob er nicht mit seiner Intelligenz und seinem Einsatz es schaffen könnte, diese von ihm erklärte “Hilfebedürftigkeit” zu beenden; und zwar so, wie es Millionen anderer Menschen auch tun. Mit Arbeit.

    Für mich ist Herr Ponader ein faules Stück, der durch seine Selbstinzsenierung (Theaterwissenschaften… das lebt man da wohl) den Piraten massiv schadet. Ich dachte bisher, dass die Piraten intelligente Köpfe sind, die was erreichen wollen, für die Gesellschaft und für sich selbst. Ich sehe durch solche Themen nur noch Soziallutscher in dieser Partei. Sorry. Eine “mach-was-du-willst”-Gesellschaft können wir uns noch lange nicht leisten und das kann auch nicht das Ziel der Piraten sein. Der fleißigen und aufstrebenden zumindest, die gestalten wollen und sich auch ein gehöriges Stück im Leben selbst verwirklichen wollen.

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    1. martino

      ohhh J.Ponader soll lieber der Allgemeinheit ‘auf der tasche liegen’ ? oder was?
      Woher nimmst du die Annahme das Herr Ponader nicht arbeitet?
      Du verwechselst Arbeiten mit Geld verdienen!

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  21. Enno Lenze

    Oh je. Leute die sich frei entfalten und ohne die Parteikasse zu belassen ihrer Arbeit nachgehen sind “Untragbar” und gehöre öffentlich gemobbt? Tolle Welt. Wenn du die Spendenaktion nicht magst: Spende nicht. Wenn du Johannes nicht im politischen Ämter willst: Wähle ihn nicht. Aber lass Leute ihr Leben leben.

    Antworten
  22. martino

    die jetzt rumheulen das Herr Ponader nun von Spenden lebt , sind doch sicher auch diejenigen die rumschreien wenn jemand ALGII bekommet: ‘der lebt auf meine kosten! der soll arbeiten’ (abgesehen davon das nicht ausschliesslich durch die Lohnsteuer bezahlt wird)

    ist schon noch ein sehr sehr langer weg zum BGE

    Antworten
  23. CyberHunter

    Bedauerlich, aber gerade in einer noch recht Jungen Partei wird dies immer wieder vorkommen.
    Man ist auf dem Weg sich selbst zu finden, anderer seits wird es vorkommen das viele gerade die Aufmerksamkeit von allen Seiten für sich selbst nutzen.
    Im gesamten kann dies Schädlich sein, und aber auch neue Diskussionen anstoßen.
    Wenn jemand seine Chance nutzt und in einer Position über die Aufmerksamkeit der Presse und der Breiten Masse verfügt kommt es dazu das dieser auch den Moment nutzt.
    Es wird in einem System immer Menschen geben die die Lücken suchen.
    Vorher sollte man doch abklären was als Tragbar gilt, doch wenn es die Grundsätze verletzt ist auch klar das diese Person sich selbst ins Jenseits stößt…

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  24. @thecitizen_de

    Vergleicht bitte mal kritisch diesen euren Blogpost

    “Das untragbare Verhalten des Johannes Ponader”

    mit den Werten, die ihr unter

    “Unsere Idee”

    geschildert habt. Würde mich interessieren, zu welchem Ergebnis ihr selbst kommt.

    Antworten
  25. A.Bundy

    “Ihm hier eine Ausnutzung seiner Bekanntheit vorzuwerfen ist doch mehr als abstrus – zumal er einen Großeteil seiner (selbst erarbeiteten) Einküfte über 1000 Euro and die Piratenpartei spendet.”
    Aber nur in deinen feuchten Träumen. In Wirklichkeit hat er von seinem Einkommen für Juli, welches zum grössten Teil aus Talk-Show-Honoraren bestand, erst die Beträge über 2000 Euro gespendet und auch davon nur die Hälfte.
    Also gerade mal 278 Euro.
    https://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Johannesponader/Grundeinkommen
    Der Typ verarscht euch nach Strich und Faden und ihr Dödel stopft diesem selbstverliebten Schnorrer trotzdem das Geld in den Arsch.
    Aber Hauptsache, du quatschst dir das Ganze so richtig schön. LMFAO

    PS. Wie hat es dieser faule Schweinepriester eigentlich angestellt, als Alleinstehender 1000 Euro beim Jobcenter abzugreifen?

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  26. Ausdiemaus

    Die Piraten geben sich alle Mühe sich selber unwählbar zu machen. Wenn Ihr gute Leute an der Spitze haben wollt, dann bezahlt die anständig.

    Wenn Ihr glaubt ohne gute Leute in der Aussenvertretung auszukommen, viel Glück (das muss nicht zwingend Ponader sein…).

    Und ehrlich gesagt, manche Wortwahl hier ist es nicht einmal Wert kommentiert zu werden.

    Habe mich ein durch ein paar Piraten-Foren geklickt. Fazit: nicht wählen. Schade.

    Antworten
  27. jo.black

    Da geht man einmal nicht abstimmen und dann wird so jemand hochgewählt. Das hat man davon. Wann kann ich den Herrn aus allenn Ämtern wählen dann schlappe ich da nächstes Mal hin …

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  28. Pingback: Der Fall Ponader: Wo viele Themen an einem Kopf hängen | Mannheimer Salon

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  30. The Worker

    Also zu dem Thema , fällt mir auf den ersten moment nichts ein.

    Ich kann die Leute verstehen , die diese Spendenaktion verurteilen und Freundschaften bei Facebook aufgeben.

    Wie kann man bloß nicht arbeiten gehen wollen?

    Für die jenigen die es sich aussuchen können, ob sie fair ihr Geld verdienen oder Harz 4 machen, ist für mich unerklärlich wie sich manche für Harz 4 entscheiden.

    Harz 4 kann sich niemand vor schützen, jeder kann mal in den Harz 4 Satz fallen, das man diesen dann wiederwillig teilweise in Anspruch nimmt ist auch okay , aber aus reiner bequemlichkeit Harz 4 zu kassieren weil man zu Faul ist arbeiten zu gehen ist für mich unverständlich.

    Da sollten die Piratenpartei aber mal ganz stark nachdenken das man mit so einer Spendenaktion die Arbeitslosen zahlen fördert bzw. die Faulenhunde weckt nicht arbeiten zu gehen.

    Wenn man so ein ehrlicher Arbeiter wie ich ist und sehr viele Stunden in der Woche mit Arbeit verbringt fällt es einem schwer solch eine Spendenaktion nachzuvollziehen.

    Wenn man seine 70 oder 80 Arbeitsstunden oder mehr leistet pro Woche wird das auch nicht bei der Arbeitendenbevölkerung auf Verständniss treffen denke ich.

    Ich als Vorsitzender würde auf die Spendenaktion verzichten Harz 4 beanspruchen und zusehen das ich mir einen ordentlichen Job zulege und wenns halt Fahrer für die hohen Politiker ist oder eine Bürofunktion die mit Politik zutun hat.

    Also mich als Wähler sind die Piraten mit der Aktion auch los , da mann sich stundenlang in der Woche kaputt arbeitet und dann muss man als ehrlich verdienender Bürger so eine scheiße lesen.

    Wenn ich an Ponander stelle wäre würde ich zurücktreten da kann man schon viele digitale Computer gruppen verstehen das die euch den Support streichen würd ich auch.

    Schafft euch mal Leute an die ehrliche Bürger sind und ordentlich arbeiten gehen und nicht irgendso ein Politischer PR Gag mit den Spenden leute zu bezahlen die im Vorstand von euch sitzen.

    Peinlich ist sowas. Aber gut ihr müsst ja wissen was ihr tut aber jedenfalls werdet ihr als Piratenpartei im Bundestag nicht alt werden.

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  31. gn8

    So sieht parteischädigendes Verhalten aus. Ponaders Freunde tun etwas für Person und Partei. Der Beitrag in diesem Blog schadet beiden. BLÖD-Zeitungs-Niveau wird von der Überschrift nicht erreicht, aber erkennbar angestrebt.

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